Berlin im Pflege-Dialog mit Bürgern

Berlin kommuniziert anlässlich der Pflege mit seinen Bürgern - 2024

vom 8. June 2024

Welche präzisen Erwartungen und Vorstellungen haben die Bürger an die Altenpflege in der Zukunft? Um das herauszufinden, hatten Berliner Einwohner die Möglichkeit, der Politik die Ideen und Probleme mitzuteilen.

Pflegende als pflegende Angehörige (Symbolbild) © Robert Kneschke / stock.adobe.com

Viele Pflegebedürftige werden nach wie vor zu Hause versorgt

Was bewegt die Berliner beim Themenbereich Pflege? Das möchte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mit einem „Bürgerdialog Pflege 2030“ aufklären. Zusammen mit dem Regierenden Stadtchef Michael Müller (SPD) eröffnete sie im Herbst ein Bürgerbeteiligungsverfahren.

Etwa 200 Berliner bekamen da die Möglichkeit, ihre Angelegenheit einzubringen. Zum Gedankenaustausch standen Repräsentanten aus Politik sowie Verbänden wie auch Praktiker aus Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Pflegediensten und Initiativen zur Verfügung.

„Das Thema Pflege ist eines der wesentlichen Zukunftsthemen, durchaus nicht nur für die Hauptstadt. Immer mehr Leute werden in der Zukunft mit Pflege zu tun haben, sei es als Pflegebedürftige oder als Betreuende. Aus diesem Grund ist es für mich wesentlich, die Berlinerinnen und Berliner schon jetzt in eine Diskussion darüber zu integrieren, wie die Pflege im Jahr 2030 ihrer Auffassung nach aussehen soll“, so Kalayci.

Bedarf der Bevölkerung besser registrieren

Der Pflegebedarf in der Hauptstadt wächst nicht nur wegen der demografischen Entwicklung. Auch das Bevölkerungswachstum der Hauptstadt stellt die Pflegesysteme vor neue Problemstellungen.

Mit dem Bürgerdialog will die Senatorin das Bedürfnis der Bürger besser erfassen. Gesucht sind Vorschläge, Ansprüche und Hinweise, wie Pflege in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aussehen kann und was Politik und Verantwortliche der Pflegebranche machen können, um den Problemstellungen und Ideen gerecht zu werden.

Der Bürgerdialog kennzeichnet hierbei ebenfalls eine neue Herangehensweise der Pflegepolitik. Bis dato ist die detaillierte Ausarbeitung von Leistungsangeboten, Unterstützungs- und Hilfsstrukturen hauptsächlich durch Politik, Kostenträger und Leistungserbringer bestimmt.

Partnerrolle für die Bevölkerung

Mit dem Austausch „Pflege 2030“ werde den Bürgerinnen und Bürgern jetzt eine Partnerrolle in den Gestaltungsprozessen gegeben, sagte die Gesundheitssenatsverwaltung. Zweck des Dialogs sei es, die zukünftigen Altenhilfe- und Pflegestrukturen in Berlin mehr und mehr an der Lebenswirklichkeit und Diversität der Leute zu organisieren. Dies gelinge bloß, wenn sie von Beginn an eingebunden würden.

Kurz vor der Eröffnung des Bürgerdialogs blickte Kalayci retour auf 10 Jahre Pflegestützpunkte in Berlin. Mit 26 Pflegestützpunkten startete die objektive und übergreifende Unterstützung von Pflegekassen und Sozialverwaltung im Jahr 2009 in Berlin. Heutzutage existieren 36 Pflegestützpunkte in Berlin.

Sie haben im letzten Jahr etwa 63.000 Ratsuchende gebrieft und beratschlagt. „Alle Involvierte möchten zusammen die kompetente Entwicklung der Pflegestützpunkte antreiben – jene Bilanz mag sich zu Recht sehen lassen“, meint Kalayci.

Ansuchen zur Pflege im Privathaushalt sind nach Angaben von Marina Rudolph, Pflegeexpertin sowie stellvertretende Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg des Ersatzkassenverbands vdek am öftesten. „Dies deckt sich mit der Gegebenheit, dass die überwiegenden Zahl der Pflegebedürftigen in Berlin, etwa 75 Prozent, zu Hause gepflegt werden“, so Rudolph.

450 Pflegestützpunkte

In ganz Deutschland existieren nach Angaben des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus circa 450 Pflegestützpunkte. „Deutschland besitzt dadurch über ein starkes,regional jedoch recht verschieden ausgestaltetes Beratungsnetz rund um Fragen der Pflege“, so Westerfellhaus.

Die Beratungsstellen blieben erforderlich, damit Pflegebedürftige und ihre Verwandten die Menge an Hilfs- und Unterstützungsangeboten der Pflegeversicherung passend nutzen und die Pflege ideal arrangieren können, kommentiert der Pflegebeauftragte.

Der Vorsitzende des Steuerungsgremiums der Pflegestützpunkte Berlin und designierte stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Hans-Joachim Fritzen, kündigte an, dass die Unterstützung wenigstens in Berlin noch renommierter gemacht werden soll.

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